Dieses Weihnachtsfest…

Es ist Mittwoch der zweite Weihnachtsfeiertag. Ich sitze bei chilliger Mukke* in meiner warmen Bude vor dem PC und schreibe diese Zeilen. Dieses Jahr war es wieder anders, als das Jahr davor. Und auch das Jahr davor war es anders als das Jahr da vor. Klar… Jedes Jahr ist anders, das macht ja auch Sinn, aber dieses Jahr war halt eben anders…

Dieses Jahr…
…verstarben meine Oma und mein Opa. Die beiden waren nicht verheiratet, es waren jeweils Elternteile meiner Eltern. Letztes Weihnachten war deshalb schon anders, weil wir gemerkt haben das es unserer Oma nicht gut ging, sie kochte immer noch ganz hervorragend aber wir sahen das sie immer mehr abbaute. Auch bei meinem Opa, welcher sich da leider schon im Pflegeheim befand und nicht mehr in seinem geliebten Zuhause, sahen wir an, das er es wirklich gerne anders gehabt hätte. Nun… Es ging leider nicht mehr. 

Dieses Jahr…
…mussten wir dann leider komplett ohne Sie auskommen. Mein Opa war ein Drechsler, ein Handwerker durch und durch. Alles was er baute, entstand mit Herzblut. Weihnachtspyramiden, Meter hoch… Schalen aus Holz für alle erdenklichen Zwecke… Figürchen mit Pfeife und Mützchen… All das baute er, teilweise in Massen. Ich bin drüber hinweg, er verstarb im Mai. Als ich aber im Wohnzimmer meiner Ma‘ saß und auf diese gigantische Pyramide meines Opa’s schaute, wurde mir komisch. Traurigkeit lag im Raum und so starrte ich auf dieses Kunstwerk und war im Gedanken. Solange bis meine Ma‘ zum essen rief. 

Meine Oma machte in Ihrem hohen Alter noch fast alles selbst. Eingeladen bei meinem Vater musste ich aber auch wirklich oft an Sie denken. Bei uns war es Tradition das wir den Heiligabend allein sind (ganz früher: Eltern, Brüder und ich, später jeder für sich), am ersten ging es zu meinem Opa (und seiner Frau) und am zweiten Weihnachtsfeiertag dann zu meiner Oma (und meinem Onkel). Meine Oma konnte kochen… Halleluja! Sie störte es wenig wenn dein Teller noch randvoll war, du mit knallroten Backen, schwitzend und stöhnend dein Essen aßt… Sie packte immer weiter drauf.

Dieses Jahr…
…war all das nicht. Es war ein wirklich schönes Weihnachten, versteht mich nicht falsch… Wenn ich daran zurückdenke, das es mich manchmal sogar ein wenig genervt hat zu meinen Großeltern zu fahren, man gute Miene machen muss und einfach nicht sagen kann/will/sollte wie beschissen es einem wirklich geht, einfach weil man will das die Großeltern sich keine Sorgen machen, habe ich dieses Schauspiel dieses ja doch tatsächlich vermisst.

 

*https://youtu.be/LsBrT6vbQa8

 

4 Kommentare zu „Dieses Weihnachtsfest…

  1. Henne,
    es ist schon schlimm, dass man ausgerechnet an Weihnachten und an den Festtagen wieder zurückdenken muss, an alte Zeiten und andere Umstände. Aber wenn beim Fest der Liebe nicht alle Lieben da sind – was bleibt einem anderes übrig?
    Meine Großeltern verstarben bereits vor Jahren und noch immer kämpfe ich an Weihnachten mit den Tränen. Aber dieses Jahr habe ich einen großen Schritt nach vorn gemacht: meine Mom und ich haben beschlossen, am Weihnachtsabend nicht mehr zur Kirche zu gehen. Das klingt wahrscheinlich echt hart, wenn man den Hintergrund nicht kennt: meine Oma hatte am 24.12. Geburtstag. Niemand kann in der Kirche „Oh du Fröhliche“ singen, wenn er vorher (also sein ganzes Leben lang) am Heiligen Abend bei der Oma und der versammelten Familie saß und dort Omas Geburtstag gefeiert hat. Insofern war dieses Weihnachten ein sehr schönes. Nicht, wie alle die Jahre zuvor, ein Tag der tiefen Trauer.
    Wichtig ist, dass man die Menschen, die nicht mehr hier sind, niemals vergisst, dass man sie in Erinnerung behält. Und dass man lacht, wenn man an sie denkt. Niemand will, dass man bei dem Gedanken an jemanden weinen muss. Das ist … grausam.
    Erinnere dich an die guten Zeiten und die schönen Momente und mach das Beste draus.
    In diesem Sinne bis ganz bald
    Noc

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    1. Kann das absolut verstehen das ihr dass dann auch nicht mehr macht. Vergessen werden auch wir die Menschen niemals! Ich gehe immer noch an die Gräber und jetzt leider an 2 mehr :’| .

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      1. Ja, ich gehe auch mindestens einmal im Jahr zum Friedhof. Schaffe es kaum öfter, weil ich ja woanders wohne 😦

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      2. Solange du es machst wie du es eben schaffst ist es völlig in Ordnung und ich denke selbst wenn du nicht hingehst aber der Gedanke an die Menschen da ist, wird es auch völlig in Ordnung sein. Da geht ja jeder anders mit um.

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